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Predigt zu
2. Korinther 4, 16 -18
am Ewigkeitssonntag
16 Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. 17 Denn unsre Bedrängnis, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, 18 uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.
In der Wirtschaft gibt es verschiedene Firmenformen,
zum Beispiel dass es einen Besitzer gibt, der das Kapital hineingibt. Dieser eine bestimmt, je nachdem wieviel er hineingibt, den Wert seiner Firma und auch über die Vorgehensweise, und er allein bestimmt auch, wann er damit aufhören will.
Ein anderes Beispiel ist die Aktiengesellschaft: Viele geben ihr Kapital hinein und bestimmen die Linie. Wenn sie kein Interesse mehr haben, dann verkaufen sie die Aktien. Wenn keiner mehr Interesse hat oder kaufen kann, hat die Firma keinen Wert mehr und ist wahrscheinlich pleite. Die Firma lebt davon, das andere etwas hineingeben.
Wer oder was bestimmt über den Wert unseres Lebens?
Wir empfinden uns oft wie Menschen, die alleine über den Wert ihres Lebens bestimmen, je nachdem, wieviel wir bereit sind zu investieren und daraus zu machen. Aber das ist ein Trugschluss.
Der Wert unseres Lebens wird zuerst davon bestimmt,
wieviel andere in unser Leben hineingeben, was wir von der Natur mitbekommen an Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Begabungen, Eigenschaften; was Menschen uns an Hilfe zukommen lassen oder nicht: Eltern in der Erziehung, Schule, Lehrstelle, Freunde und andere; was wir an Anerkennung bekommen, zum Beispiel durch den Arbeitslohn, für unsere Leistung oder unsere Eigenschaften. Dadurch wird unser Selbstbewusstsein gestärkt. Wir müssen uns nur vorstellen, wie das wäre, wenn wir viel leisten, aber keiner das anerkennt, sondern alle lehnen uns ab. Ganz entscheidend ist auch, was wir an Liebe und Zuneigung von Menschen bekommen, zum Beispiel von Eltern oder Kindern, Ehepartnern oder Freunden.
Die Frage ist aber: Was bin ich noch, wenn ich alles verliere, was andere mir an Wert geben, was mein Leben lebenswert macht,
wenn ich so großen Unfug mache, dass keiner einen Pfifferling auf mich setzt, nicht mal ich selbst; wenn ich meine Gesundheit verliere und nichts mehr leisten kann, wofür andere mir etwas zurückgeben würden oder wenn ich nur das Gefühl habe, dass mich sowieso keiner mag? Das kann Menschen in den Selbstmord treiben. Und es ist auch so: Wenn wir alles verlieren würde, das wäre genauso, als wenn wir tot wären.
Darum leiden wir so, wenn wir etwas verlieren, was unser Leben lebenswert gemacht hat,
wenn wir einen Menschen verlieren, der uns viel bedeutet hat, dann stirbt etwas in uns, und wenn wir schwer krank werden, dann ist es so, als würden wir ein Stück sterben. Unser Sterben beginnt nicht erst in der Stunde des Todes, sondern wenn wir etwas verlieren, was unser Leben lebenswert machte.
Das ist das Problem von uns Menschen: Weil der Wert unseres Lebens abhängig ist von Dingen, die wir verlieren können, sind wir verloren.
Spätestens in unserem eigenen Sterben verlieren wir alles, unsere Leistungsfähigkeit, unsere Begabungen, Anerkennung und Liebe. Und welchen Wert können wir Gott noch vorzeigen, wenn wir im Gericht vor ihm stehen – wir sind verloren, weil wir alles verloren haben.
Diese Verlorenheit von uns sieht Gott, und es ist ihm nicht egal. Er möchte nicht, dass wir verloren gehen, sondern dass wir leben, und zwar in Ewigkeit.
In 1. Timotheus 2,4 heißt es: „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ Es ist egal, wie dein Leben bisher ausgesehen hat, wie alt du bist oder welchen Stand du hast, Gott möchte dir helfen, dass du in seine Ewigkeit kommst.
In Johannes 3,16: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ So sehr, dass er in Jesus in diese Welt gekommen ist. Er hat sein ewiges Leben aufgegeben und sein irdisches. Er hat freiwillig alles verloren, um uns aus der Verlorenheit zu befreien.
Im Abendmahl sagt uns Jesus: „Für dich habe ich das getan.“ Gott will uns nicht in irgendeine unangenehme Richtung drängen, sondern er will uns befreien aus unserer Verlorenheit, erretten, aus unverständlicher Liebe zu uns.
Er macht es, indem er uns einen Tausch anbietet: Unser Leben, von dem wir wissen, dass wir es verlieren gegen ein Leben, das in Ewigkeit Bestand hat,
ein Leben, das nie an Wert verliert, egal, was auch geschieht, das nicht zerbrechen kann. Jesus sagt in Johannes 11, 25 „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt“.
Jesus sagt: Gib mir dein Leben und ich gebe dir meins.
Gib mir deine Schuld, deine Probleme, deine Begabungen, deine Gesundheit, dein Geld, deine Zeit, gib mir dein verlorenes Leben und ich gebe dir mein ewiges Leben.
Nur eine Bedingung gibt es: Gib mir alles!
Erlaube, dass ich dein ganzes Leben neugestalte und nach meinem Willen gebrauche. Gib mir alles, damit ich dir ein ganz neues Leben geben kann. Würden wir einen Moment zögern, wenn uns jemand Krankheit gegen Gesundheit oder Einsamkeit gegen Liebe anböte, und dies ist mehr: Verlorenheit gegen Ewigkeit.
Was kann uns daran hindern, auf diesen Tausch einzugehen?
Es fällt uns nicht schwer, Gott unsere Schuld zu geben und zu sagen „Vergib mir!“, Gott unsere Probleme zu geben und zu sagen „Hilf mir!“, aber ihm alles geben? Da gibt es vieles, was wir lieben und was uns viel bedeutet. Wir wissen, dass wir es irgendwann verlieren, aber wir möchten es noch für uns behalten. Wir haben Angst auch das, Gott zu geben, weil wir ihm nicht so ganz trauen, ob er das, was er uns zusagt, auch einhält. Das ist unser Unglaube, mangelndes Vertrauen in Christus.
Aber gibt es irgendeinen Grund dem nicht zu vertrauen, der alles für uns getan hat? Ich denke, nein!
Paulus, der auf diesen Tausch eingegangen ist, sagt in Galater 2, 20: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Und in 2. Korinther 5, 17 „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden.“
Wer diesen Tausch eingeht, der hat schon hier ein Leben,
das nicht zerbrechen kann, einen Lebenswert, den man nicht verlieren kann, egal, was auch geschieht. Selbst, wenn wir das Liebste in unserem Leben verlieren, bleibt unser Leben in Ewigkeit.
Und wenn wir im Gericht vor Gott stehen,
dann können wir sagen: Gott, mein Leben hat keinen Wert vor dir, aber ich habe mit deinem Sohn, Jesus Christus, getauscht. Sein Leben gilt für mich.
Das ist der wunderbare Tausch, zu dem Christus uns einlädt. Die Frage ist, wie wir darauf antworten.
Predigt zu 2. Korinther 4, 16 -18
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Predigt zu 2. Korinther 4, 16-18 am Sonntag Jubilate
Was gibt Ihnen in schweren Zeiten Kraft zum Durchhalten? Haben Sie ein Ziel vor Augen oder leben Sie ohne Ziel?
16 (Paulus schreibt) Darum verliere ich nicht den Mut. Die Lebenskräfte, die ich von Natur aus habe, werden aufgerieben; aber das Leben, das Gott mir schenkt, erneuert sich jeden Tag. 17 Die Leiden, die ich jetzt ertragen muss, wiegen nicht schwer und gehen vorüber. Sie werden mir eine Herrlichkeit bringen, die alle Vorstellungen übersteigt und kein Ende hat. 18 Ich baue nicht auf das Sichtbare, sondern auf das, was jetzt noch niemand sehen kann. Denn was wir jetzt sehen, besteht nur eine gewisse Zeit. Das Unsichtbare aber bleibt ewig bestehen.
Wandern Sie gerne?
Die Nordpfalz ist ein ideales Wandergebiet mit schönen Wegen und herrlichen Landschaften. Aber kennen Sie das? Man geht begeistert los, fühlt sich fit, genießt die Landschaft und denkt, man könnte immer so weiterlaufen.

Aber nach einigen Stunden kann der Weg auch sehr mühsam werden, immer bergauf und bergab, weit und breit keine Gaststätte in Sicht, die Beine tun weh, die mitgenommenen Getränke aufgebraucht und das Ziel ist immer noch weit weg. Ein schönes kaltes Getränk würde jetzt gut tun.
Genauso ergeht es uns mit der Wanderung durch unser Leben:
In der Jugend gehen wir voller Freude und Kraft ins Leben. Das Lebensgefühl ist: Wir schaffen das! Keine Herausforderung ist zu groß. Wir müssen es nur richtig anpacken. Schüler im Religionsunterricht sagten häufig: Du musst nur an dich glauben, dann kannst du alles schaffen, was du willst. Es gibt im Leben auch viele wunderschöne Dinge: großartige Menschen als Begleiter, glückliche Zeiten, tägliche Gaben Gottes. Dann ist das Leben schön und leicht. Es gibt aber auch viele schwere Zeiten: Enttäuschungen, Verletzungen, verpasste Gelegenheiten oder falsche Entscheidungen, Krankheit und Tod, Sorgen, Ängste, usw. Im Laufe des Lebens wird der Rucksack immer schwerer und je älter man wird, desto weniger wird die Kraft und desto schwerer kann es werden, zuversichtlich und optimistisch zu bleiben. Sie wissen ja, die physische Kraft schwindet ab dem 23. Lebensjahr und auch die seelische Spannkraft lässt im Alter nach.
Aber wir müssen weiterwandern durch das Leben, doch wohin? Kommen wir nach der Lebenswanderung nun irgendwo an oder brechen wir einfach zusammen: tot, Ende, das war´s?
Die Frage ist, ob ich an die Auferstehung zum ewigen Leben glaube oder nicht.
Wenn ich nicht an die Auferstehung glaube, dann endet mein Leben damit, dass ich irgendwann zusammenbreche und tot bin;
dann ist jede Erfahrung, dass meine Kraft weniger wird schon ein Vorbote des Todes, die Erinnerung an das Ende, wo ich überhaupt keine Kraft mehr haben werde. Älter und schwächer werden zeigt mir dann schon, dass ich einmal verlieren werde. Mir bleibt dann nur, entweder zu resignieren und müde zu werden oder mir etwas vorzumachen und Alter und Schwachheit zu verdrängen
Wenn ich aber weiß, dass am Ende ein Zuhause bei Gott auf mich wartet,
wo ich Ruhe und Frieden finde, Geborgenheit und ein rundum gutes Leben, dann gibt mir das immer wieder neue Kraft und neuen Mut auf dem Weg; dann bekommt die Tatsache, dass meine Kraft weniger wird und ich vieles nicht erreichen kann, immer weniger Bedeutung, und umso wichtiger ist, dass ich alles dafür tue, dass ich das Ziel erreiche und mich mit Christus verbinde.
So erleben wir im Leben manches Schöne und manches Schwere
und manchmal geht der Weg auch durch die „Hölle“ und wir sind mit unserer Kraft am Ende, aber wenn wir die feste Hoffnung auf ein wunderbares Ziel in der Ewigkeit Gottes haben, dann gibt uns das Kraft auf dem Weg. Und alles, was wir hier erleben, Schönes oder Schweres, es geht vorbei, ist vergänglich und unbedeutend gegenüber dem, was uns bei Gott erwartet, was nicht vergeht, sondern ewig ist.
Und so kann Paulus sagen: Ich baue nicht auf das Sichtbare, auf das, was es hier in der Welt zu erleben geht, denn das geht alles vorüber. Ich baue auf das Unsichtbare, was ewig ist, was noch kommt. Meine natürlichen Kräfte werden aufgebraucht, aber die Verbindung mit Gott, die wird nicht weniger, sondern jeden Tag erneuert, und das gibt mir immer wieder Mut. Darum sind mir auch die Leiden nicht so wichtig, denn sie sind nichts gegenüber der Herrlichkeit, die auf uns wartet, und die alle unsere Vorstellungen übersteigt.
Aber gibt es die Ewigkeit überhaupt?
Diese zweifelnde Frage höre ich immer wieder, auch von vielen Menschen, die sich selbst als Christen bezeichnen: „Kann ja sein, aber; es wäre schön, aber…“ Was meinen Sie? Und wenn es sie gibt, kommen wir dann dahin?
Ich bin mir ganz sicher, dass es die Ewigkeit gibt und dass wir da auch hinkommen können.
Woher ich das weiß? Ich frage Sie: Haben Sie einen Menschen, dem Sie ganz und gar vertrauen oder wenigsten so einigermaßen. Glauben Sie, dass dieser Mensch Sie in einer ganz wichtigen Sache belügen und Ihnen damit schaden würde. Wenn Sie einen solchen Menschen haben, dann glauben Sie sicher nicht, dass er Sie belügen würde, denn dann würden Sie ihm nicht vertrauen. So ist das Wissen um die Ewigkeit eine Frage des Vertrauens in Jesus Christus. Ich vertraue ihm, dass er uns in keiner Sache und schon gar nicht in dieser wichtigen Sache belügt und uns schadet, sondern uns die Wahrheit sagt. Deshalb muss es eigentlich nicht heißen „Ich glaube an Jesus“, sondern „Ich glaube Jesus“. Ihm glauben heißt doch nichts anderes als ihm vertrauen.
Wenn Sie zweifeln, dann schauen sie sich Christus an. Kann man ihm vertrauen?
Wenn man überhaupt jemand vertrauen kann, dann doch ihm. Und er sagt, dass er aus der Ewigkeit gekommen ist, sie kennt, dass er beim Vater war und wieder dort hingeht. Und er sagt, wenn wir ihm vertrauen, uns mit ihm verbinden, dann bringt er uns auch dahin. Deswegen ist er ja überhaupt in die Welt gekommen und ist gestorben, damit wir dahin kommen.
Unsere Wanderung durch das Leben endet nicht im Tod, im Nichts, sondern bei Jesus, in der Ewigkeit, zuhause beim himmlischen Vater.
Diese Hoffnung, Gewissheit ist das Wunderbarste an unserem Glauben. Es gibt nichts Größeres auf der Welt.
Und deshalb: Lasst uns nicht lange bei dem stehenbleiben, was hier schön ist und uns daran klammern; auch nicht daran, was hier schwer ist, dass unsere Kräfte nachlassen und dass wir irgendwann sterben müssen. Das alles ist vergänglich, sondern richten wir unseren Blick fest auf diese unumstößliche und überwältigende Hoffnung, auf das Ziel unseres Lebens: eine Ewigkeit mit und bei unserem himmlischen Vater. Wenn wir den Blick immer auf Jesus richten, dann wird die Gewissheit dieser Hoffnung sich tief in unserem Herzen verankern.
Und solange wir noch auf unserem Weg sind, auf der Wanderung durch das Leben, sind wir auch da nicht allein, Wir haben einen wunderbaren Begleiter: Jesus selbst.
Wir können bei ihm unsere Lasten abgeben und neu anfangen. Wenn wir einsam sind, er ist da. Wenn uns Sorgen und Ängste umtreiben, nimmt er sie uns ab und zeigt uns, dass wir davon frei werden können. Wir können Vergebung empfangen und anderen vergeben und damit alles Alte und Belastende abladen und jeden Tag neu anfangen. Wir bekommen immer neue Kraft aus der sprudelnden Quelle der Ewigkeit. Und wenn wir darauf bauen, dann kann es zwar sein, dass die natürlichen Lebenskräfte weniger werden, aber dann erfahren wir auch, dass das Leben, das Gott schenkt, in uns immer größer und reicher wird: Trost, Hoffnung, Geborgenheit, Liebe, Freude, Zuversicht, etc. Das gibt uns dann Mut und Kraft für unseren Weg zum Ziel.
So können wir als Christen getrost durch das Leben wandern, mit Christus an unserer Seite und auf das wunderbare Ziele der Ewigkeit zu.
Zum Schluss möchte ich Ihnen noch ein Lied mitgeben, das zu meinen Lieblingsliedern zählt:

1. Ich bin durch die Welt gegangen, und die Welt ist schön und groß, und doch ziehet mein Verlangen mich weit von der Erde los.
2. Ich habe die Menschen gesehen, und sie suchen spät und früh;
sie schaffen, sie kommen und gehen, und ihr Leben ist Arbeit und Müh.
3. Sie suchen, was sie nicht finden, in Liebe und Ehre und Glück
und kommen belastet mit Sünden und unbefriedigt zurück.
4. Es ist eine Ruhe vorhanden für das arme, müde Herz!
Sagt es laut in allen Landen: Hier ist gestillet der Schmerz.
5. Es ist eine Ruhe gefunden für alle fern und nah
in des Gotteslammes Wunden am Kreuz auf Golgatha.
Predigt zu 2. Korinther 4, 16-18
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